🌍 Bleib ruhig lokal – aber wundere dich nicht, wenn du untergehst - smartbusinessfails Folge 49
Wer in 2025 noch ausschließlich auf den Heimatmarkt setzt, spielt Business auf dem Schwierigkeitsgrad "hoffnungslos naiv".
Viele Unternehmer sind stolz darauf, "hier in der Region" alles zu kennen. Die Kunden. Den Markt. Die Abläufe.
Und genau da beginnt das Problem.
smartbusinessfails: Was Unternehmer (immer noch) falsch machen
Ein Klassiker unter den Denkfehlern:
„Internationalisierung ist nur was für Konzerne. Wir machen lieber das, was wir gut können – hier bei uns.“
Übersetzt heißt das:
„Wir fürchten uns vor dem Neuen und hoffen, dass der Markt hier ewig ausreicht.“
Was folgt:
- Einbrechende Margen, weil der Wettbewerb sich längst breiter aufgestellt hat
- Abhängigkeit von lokalen Rahmenbedingungen – Stichwort Politik, Bürokratie, Inflation
- Kaum Wachstum, weil alle Kunden längst versorgt sind
- Keine Skalierung, weil Prozesse nie auf Internationalisierung ausgerichtet wurden
Und das Beste: Während man sich im Heimatmarkt mühsam durch Förderanträge und Steuerreformen kämpft, machen andere woanders richtig gutes Geschäft – mit weniger Aufwand, weniger Steuern und mehr digitaler Leichtigkeit.
Warum du über Ländergrenzen hinweg denken musst
Internationalisierung heißt nicht: Sofort überall sein.
Es heißt: Dort präsent sein, wo dein Geschäftsmodell mehr Wert entfalten kann als zu Hause.
Zum Beispiel:
- Digitale Produkte lassen sich oft mit minimalem Mehraufwand weltweit vertreiben
- E-Commerce mit Fulfillment kann heute aus einem Land für DACH, Benelux und mehr funktionieren
- Dienstleistungen mit Remote-Teams sind längst nicht mehr ortsgebunden
- Steuerliche Vorteile, bessere Infrastrukturen oder geringere Lohnkosten machen Standorte wie Dubai, Estland oder Portugal hochinteressant
Und es geht auch um Resilienz: Wer auf mehreren Märkten spielt, ist weniger abhängig von einzelnen politischen Entscheidungen oder Konjunkturzyklen. Das senkt das Risiko – und erhöht gleichzeitig das Wachstumspotenzial.
Ja, es gibt Herausforderungen – aber auch Chancen
Natürlich ist Internationalisierung kein Selbstläufer:
- Du musst lokale Märkte verstehen (Kultur, Sprache, Zahlungsmethoden)
- Du brauchst verlässliche Partner oder Strukturen vor Ort
- Du musst steuerlich sauber arbeiten
- Und du solltest wissen, wann du selbst steuerpflichtig kannst
Aber ehrlich: Wenn du in Deutschland oder Österreich ein Unternehmen führst, hast du längst bewiesen, dass du mit komplexen Systemen umgehen kannst.
Und genau deshalb ist es oft sogar einfacher, in einem anderen Land loszulegen – vor allem dann, wenn du dir dort die richtigen Strukturen aufbaust.
Rechenbeispiel: Wie ein Wechsel ins Ausland dein Business transformieren kann
Ein Unternehmer im Coaching verkauft digitale Produkte. Umsatz in Deutschland: ca. 250.000 Euro pro Jahr, hohe Steuerlast, kaum Rücklagen, Frust über langsame Digitalisierung und wachsendes Misstrauen gegen die Zukunft.
Nach dem Umzug nach Dubai (inkl. EU-VAT-Nummer, Fulfillment aus Europa):
- Keine Körperschaftssteuer vor Ort
- 80 % des Aufwands wurde digitalisiert oder ausgelagert
- Kunden zahlen wie gewohnt in Euro
- Umsatz in einem Jahr auf 450.000 Euro gestiegen – bei höherer Marge
Und der Clou:
Mit dem frei gewordenen Cashflow investiert er heute in weitere Märkte – Nordamerika ist bereits in Planung.
Ein zweiter Fall: Ein kleiner Handelsbetrieb verkauft nachhaltige Haushaltswaren über einen Onlineshop. Bisher wurde alles aus Deutschland versendet – mit hohen Versandkosten, langer Lieferzeit und voller steuerlicher Belastung.
Nach der Umstellung:
- Sitz der Firma in einem steuerlich vorteilhaften Land (z. B. Zypern)
- Fulfillment-Zentrum in Deutschland für schnelle Lieferung an DACH-Kunden
- Kein Bedarf für eine offizielle Niederlassung in Deutschland – also auch keine dortige Steuerpflicht
- Durch lokale Lagerung bleiben alle Vorteile für den Kunden erhalten (schneller Versand, keine Zollprobleme), während die steuerliche Belastung erheblich sinkt
Fazit: Wer das Modell sauber aufsetzt, spart nicht nur Kosten, sondern gewinnt gleichzeitig an Professionalität, Skalierbarkeit und internationaler Wettbewerbsfähigkeit.
Typische Ausreden – und was wirklich dahintersteckt
- "Ich hab keine Zeit dafür."
➡ Hast du Zeit, dein Unternehmen langfristig gegen die Wand zu fahren? Internationalisierung ist kein Projekt, es ist eine Perspektive. - "Das ist zu kompliziert."
➡ Was genau ist kompliziert? Zahlungssysteme? Recht? Sprache? All das lässt sich heute mit Experten, Partnern oder digitalen Tools regeln. - "Meine Kunden sind nur hier."
➡ Bist du sicher? Oder kennst du einfach nur niemanden außerhalb deiner Blase? - "Ich will keine Risiken eingehen."
➡ Und wie hoch ist das Risiko, wenn du in einem überregulierten Markt mit stagnierender Kaufkraft bleibst?
Was du heute schon tun kannst
- Analysiere, wo deine Produkte oder Dienstleistungen auch außerhalb deines Heimatmarktes gebraucht werden
- Recherchiere Märkte mit besserem Umfeld: Steuerlich, wirtschaftlich, digital
- Sprich mit Unternehmern, die den Schritt gegangen sind
- Plane klein: Eine Landingpage, ein Fulfillment-Partner, ein Testmarkt
- Und vor allem: Warte nicht auf die "perfekte Vorbereitung". Starte.
smartbusinessfails Fazit
International zu denken ist kein „Next Level“ – es ist längst die Basis, wenn du heute unternehmerisch überleben willst.
Wer sich auf ein Land beschränkt, beschränkt sein ganzes Potenzial.
Wer sich öffnet, findet neue Wege – neue Kunden, neue Einnahmequellen, neue Möglichkeiten.
Wenn du wachsen willst, frag dich nicht, ob du internationalisieren solltest.Frag dich lieber, wo du anfangen willst.
Und wenn du Input brauchst oder einen Sparringspartner, der weiß, wie man das angeht – dann lass uns doch mal reden.